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In der Nacht zum Samstag, dem 24. Oktober 2026, ist im Balderschwanger Ortsteil Wäldle ein Haus weitgehend ausgebrannt. Darin machten 31 Feriengäste Urlaub. Alle kamen unverletzt ins Freie. Rund 140 Feuerwehrleute aus sieben Wehren waren die Nacht über im Einsatz, einer von ihnen wurde leicht verletzt.
Was passiert ist
Gegen 22.45 Uhr am Freitagabend ging bei der Leitstelle ein Notruf ein, zunächst wegen eines Kaminbrands. Als die ersten Feuerwehren eintrafen, stand der Giebel des Hauses bereits in Vollbrand, Flammen schlugen aus dem Dach. Den vorderen, bewohnten Teil konnten die Einsatzkräfte nicht mehr retten, er brannte weitgehend aus. Verhindern konnten sie aber, dass das Feuer auf den hinteren, unbewohnten Teil des Gebäudes übergriff.
Die Gäste
Im Haus waren zwei Gruppen als Selbstversorger untergebracht, zusammen 31 Menschen: nach Angaben der Allgäuer Zeitung eine Tanzgruppe aus dem Raum Friedrichshafen und eine Männergruppe aus dem Raum Augsburg. Sie waren noch wach, als Rauch über den Kachelofen in die Räume zog. Alle verließen das Haus selbst und alarmierten die Feuerwehr. Danach kamen die Gäste zunächst in einem benachbarten Gasthof unter; eine Gruppe zog später in ein anderes Haus im Dorf, die andere ließ sich von Bekannten nach Hause holen.
Der Einsatz
Gelöscht wurde mit Wehren aus Altstädten, Balderschwang, Bolsterlang, Langenwang, Obermaiselstein und Oberstdorf – und aus Hittisau im Bregenzerwald, das über die Grenze zu Hilfe kam. Dazu waren 18 Kräfte des Rettungsdienstes und neun Helfer des THW Sonthofen vor Ort. Um an die Glutnester unter dem Blechdach zu kommen, wurde das Dach mit schwerem Gerät abgetragen; gearbeitet wurde bis in den Morgen.
Ein Feuerwehrmann erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde im Klinikum Immenstadt behandelt.
Was die Webcam am Kreuzle zeigt
Die Webcam am Kreuzle blickt von oben über das ganze Tal und legt nachts alle halbe Stunde ein Bild ins Archiv. Auf der Aufnahme von 22.30 Uhr ist der Talboden noch ruhig. Um 23 Uhr – eine Viertelstunde nach dem Notruf – steht über einer Häusergruppe nahe der Straße eine hell angestrahlte Rauchwolke, das große Bild oben zeigt diesen Moment. Eine halbe Stunde später liegt der Rauch über dem ganzen Tal.
Bei Tageslicht ist der Unterschied deutlich. Am Freitagnachmittag steht am Rand der Häusergruppe noch ein Haus mit rotem Dach. Am Samstagmorgen, mit Raureif auf den Wiesen, ist an dieser Stelle nur noch eine dunkle Brandruine ohne Dach zu sehen.
Ursache und Schaden
Warum das Feuer ausbrach, ist noch unklar. Die ersten Ermittlungen vor Ort übernahmen die Polizeiinspektion Sonthofen und der Kriminaldauerdienst Memmingen, inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei Kempten. Ob der Kachelofen eine Rolle spielte, ist nicht bestätigt. Es war das erste kalte Wochenende der Saison, an dem überall wieder eingeheizt wurde. Den Schaden schätzt die Polizei auf einen mittleren sechsstelligen Betrag.
„Es hätte eine Katastrophe geben können“
So hat es Bürgermeister Konrad Kienle gegenüber der Allgäuer Zeitung gesagt. Wären die Gäste schon im Bett gewesen, hätte die Nacht nach seinen Worten ganz anders ausgehen können. Rauch breite sich schnell aus, und in Holz- und Zwischenböden könne Glut lange unbemerkt weiterglimmen. Kienle erinnert deshalb an zwei Dinge, die in jedes Haus gehören: funktionierende Rauchmelder und gut erkennbare Fluchtwege.
Für alle, die in diesen Wochen zum ersten Mal einheizen, ob im eigenen Haus oder in der Ferienwohnung, heißt das: einmal die Rauchmelder testen und wissen, wo der zweite Weg nach draußen ist. Gäste sollten beides gleich bei der Ankunft erfahren.
Kreisbote: Wohnhaus in Balderschwang brennt stark aus (nach Angaben der Polizei); Schwäbische.de: Nach Großeinsatz bei brennender Hütte (mit dem Gespräch der Allgäuer Zeitung mit Bürgermeister Konrad Kienle).
Bilder: Webcam am Balderschwanger Kreuzle, Archiv von Foto-Webcam.eu.
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