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Die alte Eibe von Balderschwang

Ältester Baum Deutschlands? Was an der 2.000-Jahre-Legende dran ist, wie alt die Eibe von Balderschwang wirklich sein dürfte – und wie du zu ihr hinauf kommst.

Über keinen Baum im Allgäu wird so viel behauptet wie über die Eibe von Balderschwang. 2.000 Jahre, 4.000 Jahre, ältester Baum Deutschlands – die Zahlen werden von Seite zu Seite größer. Ein nüchterner Blick lohnt sich, denn der Baum ist auch ohne Rekord bemerkenswert.

Wie alt ist sie wirklich?

Die kursierenden Angaben reichen von 600 Jahren bis zu 4.000. Der Grund für die Spanne liegt in der Biologie der Eibe selbst: Alte Exemplare werden innen hohl, die Jahresringe fehlen dort, wo man sie zählen müsste. Fachleute schätzen deshalb über Stammumfang und Wuchsform – und kommen für Balderschwang auf ein realistisches Alter von 800 bis 1.500 Jahren.

Das ist immer noch außergewöhnlich. Es heißt, dieser Baum stand schon, als das Tal noch niemand gerodet hatte, und er stand noch, als 1684 der erste Mensch hier überwinterte. Die Ortsgeschichte ist jünger als er.

Der Baum in Zahlen

ArtEuropäische Eibe (Taxus baccata), weibliches Exemplar
Geschätztes Alter800–1.500 Jahre
Höherund 7 Meter
Stammzwei Stammteile aus einer Wurzel, 2,4 m und 2,0 m Umfang; gedachter Gesamtumfang 8,1 m bei 2,6 m Durchmesser
Lagerund 1 km nordöstlich des Ortskerns, auf 1.150 m

Dass die beiden Stämme aus einer einzigen Wurzel wachsen, ist genetisch und morphologisch bestätigt – es sind nicht zwei Bäume, sondern einer. Trotz ihres Alters ist die Eibe vital: dicht benadelt, mit zahlreichen Johannistrieben und Fruchtertrag Jahr für Jahr.

Der Weg hinauf

Die Eibe steht auf einer Alpwiese oberhalb des Weges zur Oberen Socheralpe und zur Unteren Balderschwanger Alpe. Vom Ortskern ist es rund ein Kilometer und gut hundert Höhenmeter – eine kurze Wanderung, die auch mit Kindern funktioniert und die man gut mit einer Einkehr auf einer der Alpen verbindet.

Bitte auf den Wegen bleiben und Abstand halten. Der Boden über den Wurzeln ist empfindlich, und ein Baum, der über tausend Jahre durchgehalten hat, sollte nicht an Besucherandrang scheitern.

Warum Eiben so alt werden

Eiben wachsen extrem langsam und sind in fast allen Teilen giftig – Wild lässt sie in Ruhe, Fäulnis bekommt sie schwer klein. Bilden sich Hohlräume, kann der Baum aus dem Inneren heraus neue Wurzeln bilden und sich selbst verjüngen. Deshalb finden sich in Europa die ältesten Bäume überhaupt unter den Eiben – und deshalb ist ihr Alter so schwer zu bestimmen.

Rundherum

Wer die Eibe zum Anlass für einen längeren Tag nimmt, findet Vorschläge unter Wandern in Balderschwang. Wie das Tal in den Jahreszeiten aussieht, steht unter Sommer und Winter.

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