Im Sommer ist Balderschwang ein anderer Ort als im Winter: leerer, grüner, langsamer. Wer Ruhe sucht, kommt zwischen Juni und Anfang Juli – dann ist das Tal fast für sich allein.
Was den Sommer hier ausmacht
Das Hochtal liegt auf 1.044 Metern, die Hänge steigen sanft an, und über den Wiesen stehen die Alpen – gemeint sind die Almen, hier heißen sie Alpen. Etliche davon sind im Sommer bewirtschaftet: Brotzeit, Buttermilch, ein Platz auf der Bank in der Sonne. Das ist kein Programmpunkt, das ist der Punkt.
Weil das Tal höher liegt als die meisten Nachbarorte, ist es an heißen Tagen spürbar angenehmer. Wer im Flachland flieht, findet hier abends echte Abkühlung.
Wandern
Die einfachste und zugleich lohnendste Runde im Tal ist der Zeitweg „sich Zit long", der Höhenweg am Sonnenhang mit sechzehn Stationen.
Von gemütlichen Talrunden bis zu Gipfeltouren ist alles vorhanden, oft direkt vom Haus aus. Das Riedberger Horn mit 1.787 Metern ist der höchste Gipfel der Hörnerdörfer und der Klassiker der Gegend. Wer es ruhiger mag, bleibt auf den Alpwegen und dreht eine Runde über die Weiden.
Eine ausführliche Übersicht steht auf der Seite Wandern in Balderschwang; handverlesene Touren mit Karte, Höhenprofil und GPS-Track findest du im Abschnitt Touren & Wanderungen auf der Startseite.
Mit dem Rad
Die Auffahrt über den Riedbergpass ist unter Rennradfahrern ein Begriff – 16 % Maximalsteigung sorgen für Respekt. Für Mountainbiker und E-Biker führen Forst- und Alpwege in alle Richtungen; das Tal eignet sich gut als Standort für Tagestouren in den Bregenzerwald oder Richtung Oberstdorf.
Mit Kindern
Kurze Wege, überschaubare Distanzen, Kühe am Wegrand und ein Bach zum Stauen – für Familien ist das Tal unaufgeregt und praktisch. Die Sommerrodelbahn in der Region ist ein beliebter Ausflug; Erfahrungsberichte dazu stehen im Dorfforum unter Sommersaison.
Angebote der Gästeinformation
Die Hörnerdörfer betreiben im Dorfhaus eine Gästeinformation, und dort liegen nicht nur Prospekte. Ein Teil dessen, was im Tal im Sommer möglich ist, läuft über diesen Schalter – ausgeliehen, gebucht oder erklärt.
Forscherrucksack für Kinder
Für den Erlebnisweg Bolgenach gibt es einen Rucksack mit Forscherausrüstung und passenden Forscherkarten – gedacht für Kinder, die unterwegs nicht nur laufen, sondern suchen wollen. Ausgegeben wird er in der Gästeinformation, Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Online buchen lässt er sich derzeit nicht; wer sichergehen will, fragt vorher an.
Erlebnisse buchen
Weitere Sommerangebote für Balderschwang und die übrigen Hörnerdörfer stehen im Portal der Hörnerdörfer. Was dort zu finden ist, wechselt mit der Saison – deshalb verweisen wir darauf, statt hier eine Liste zu führen, die im August nicht mehr stimmt.
Die Gästekarte
Wer im Tal übernachtet, bekommt vom Gastgeber den Allgäu-Walser-Pass. Er bringt Ermäßigungen bei über 150 Freizeitangeboten der Region, und über den enthaltenen Mobilpass fährst du im gesamten Oberallgäu, in Kempten und bis zum Bodensee kostenlos mit Bus und Bahn. Fragen dazu beantwortet die Gästeinformation.
Geöffnet Montag bis Freitag, 8.30–12 Uhr und 13–16 Uhr; samstags, sonntags und an Feiertagen geschlossen. Was es dort sonst noch gibt, steht im Beitrag über das Dorfhaus.
Ausflüge in der Nachbarschaft
Balderschwang gehört zu den Hörnerdörfern, zusammen mit Fischen, Ofterschwang, Obermaiselstein und Bolsterlang. Die Nachbarorte sind in zwanzig bis dreißig Minuten erreichbar, und dort liegt einiges, was im Tal selbst keinen Platz hat.
Dazu gehört auch das Wasser: Einen See hat Balderschwang nicht, aber jenseits des Passes liegen mehrere, und an den meisten kann man kostenlos baden. Welche das sind, was der Eintritt an den offiziellen Badebereichen kostet und wo Aufsicht da ist, steht auf der Seite Seen und Badeplätze um Balderschwang.
Bogenschießen in Bolsterlang
Der bekannteste davon: der 3D-Bogenparcours an der Hörnerbahn in Bolsterlang. Es gibt ihn zweimal. Die Panorama-Runde startet an der Mittelstation, hat 28 Stationen mit 50 Zielen und führt über 400 Höhenmeter durch Wald und Wiesen hinunter zur Talstation. Die Wildbach-Runde beginnt unten an der Talstation und hat 28 Stationen mit 41 Zielen.
Wer noch nie einen Bogen gehalten hat, fängt mit einem Anfängerkurs an der Mittelstation an. Leihausrüstung gibt es nur auf der Panorama-Runde und nur für Fortgeschrittene, die den Kurs schon hinter sich haben; auf der Wildbach-Runde braucht man eigenes Gerät. Und es ist eine Bergtour mit Bogen, keine Wiese hinter dem Haus: schmale Pfade, sumpfige Stellen, steile Furchen. Knöchelhohe Schuhe und ein bisschen Kondition gehören dazu.
Die Sturmannshöhle in Obermaiselstein
Die einzige öffentlich zugängliche Naturhöhle der Gegend, seit 1905 begehbar. Rund 460 Meter lang, 180 Stufen führen abwärts bis in die König-Otto-Halle, wo man tief unten einen Bach rauschen hört. Drinnen sind es konstant 5 bis 8 Grad, also auch im August. Die Führung dauert eine gute halbe Stunde und startet stündlich; Kinder unter vier dürfen nicht mit, und bezahlt wird bar.
Ein guter Plan für den Tag, an dem es regnet. Und für den Tag, an dem es zu heiß ist, ehrlich gesagt auch.
Was es sonst in der Nachbarschaft gibt
- Bergbahnen – die Hörnerbahn in Bolsterlang und die Ofterschwanger Hornbahn nehmen einem den Aufstieg ab, wenn man oben mehr Zeit haben will als in den Beinen.
- Baden – der Sonthofer See bei Ofterschwang für draußen, das Wonnemar in Sonthofen für drinnen.
- Angeln – am Auwaldsee in Fischen.
- Golf – das Golfresort Sonnenalp im Oberallgäu, dazu Minigolfplätze in mehreren Orten.
- Abenteuersport – Klettern, Rafting und Downhill-Roller werden in der Region angeboten.
- Kutschfahrten – gibt es in mehreren Hörnerdörfern.
- Breitachklamm – die bekannte Felsenschlucht bei Oberstdorf, eine knappe halbe Stunde weiter.
Für Öffnungszeiten und Preise fragst du am besten direkt beim Anbieter nach; die ändern sich jede Saison, und eine Seite, die im Sommer geschrieben wurde, weiß das im Winter nicht mehr.
Ein Umweg, der sich lohnt
Rund einen Kilometer nordöstlich vom Ortskern, auf einer Alpwiese auf 1.150 Metern, steht die alte Eibe – nach seriösen Schätzungen zwischen 800 und 1.500 Jahre alt. Der Weg dorthin ist eine kurze, lohnende Wanderung und der ruhigste Punkt im Tal.
Wann kommen?
Die Alpwirtschaft läuft grob von Juni bis September; danach wird es schnell still. Der Juni ist grün und leer, der Juli warm, der September klar und golden – für viele die schönste Zeit im Tal. Schau vor der Anreise auf die Webcams und das Bergwetter.