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Wer im Winter abends durch Balderschwang geht und nach Norden schaut, sieht über dem dunklen Waldrücken ein kleines, warmes Licht in Kreuzform stehen. Es gehört zum Gipfelkreuz auf dem Gelbhansekopf, und es leuchtet jeden Tag.
Ein Licht, das zum Dorf gehört
Beleuchtete Gipfelkreuze sind in den Alpen keine Selbstverständlichkeit. Meist gibt es Streit darum: Lichtverschmutzung gegen Heimatgefühl, und beide Seiten haben Argumente. In Balderschwang ist die Sache unaufgeregt geblieben. Das Kreuz steht, es leuchtet, und im Tal hat man sich daran gewöhnt wie an den Kirchturm.
Praktisch ist es obendrein. Wer im Januar um halb sechs aus der Ferienwohnung tritt und noch nicht weiß, wo oben und unten ist, hat einen Fixpunkt. Und wer am Abend auf Tourenskiern unterwegs ist, weiß, wo der Rücken endet.
Aufgestellt von der Bergwacht, gestiftet von einer Familie aus dem Ort
Das leuchtende Kreuz ist kein Projekt einer Gemeinde und keine Idee des Tourismus. Es geht auf das fünfzigjährige Bestehen der Bergwacht Balderschwang zurück. Zu diesem Jubiläum wurde oben auf dem Gelbhansekopf eine Bergmesse gefeiert, bei der an die verstorbenen Mitglieder und an die verstorbenen Älpler gedacht wurde. Trotz trüben Wetters kamen rund 300 Menschen den Berg herauf.
Höhepunkt dieser Feier war die Einweihung des neuen, beleuchteten Gipfelkreuzes. Gestiftet hat es die Familie Friemel, aufgestellt haben es die Bergwacht, viele ehrenamtliche Helfer und Sponsoren. Seitdem leuchtet es täglich.
Ein Verein feiert fünfzig Jahre und schenkt dem Tal ein Licht, das von unten zu sehen ist. Das ist eine ziemlich genaue Beschreibung dessen, was eine Bergwacht ist.
Die Bergwacht Balderschwang startete mit 22 Mitgliedern unter der Leitung von Max Endres. Ihre Aufgabe war damals dieselbe wie heute: verletzte Skifahrer, Tourengänger und Wanderer versorgen und ins Tal bringen. Dazu kommt der Naturschutz, etwa der Schutz gefährdeter Bergblumen. Geländewagen, Skidoo und Hubschrauber haben vieles leichter gemacht, aber bei schlechtem Wetter geht es wie eh und je zu Fuß den Berg hinauf.
Der Berg dazu
| Gipfel | Gelbhansekopf |
|---|---|
| Höhe | 1.438 m ü. NHN; je nach Quelle stehen auch 1.437 oder 1.440 m |
| Lage | nördlich über dem Balderschwanger Tal, Naturpark Nagelfluhkette |
| Höhenunterschied zum Dorf | rund 400 Meter |
| Nachbar | Hochschelpen, gut hundert Meter höher, oft in einer Runde mitgenommen |
Der Gelbhansekopf ist der Hausberg des Tals. Er ist keiner von den Gipfeln, für die man früh aufstehen und sich Sorgen machen muss. Er ist der, den man sieht, wenn man aus dem Fenster schaut, und der, auf den man geht, wenn ein Nachmittag übrig ist.
Der Weg hinauf
Im Sommer führt eine leichte Runde von der Bolgenach (1.016 m) hinauf und wieder herunter: rund 11,6 Kilometer, etwa 3 Stunden 45, knapp 490 Höhenmeter. Unterwegs liegen mehrere Alpen, die bewirtet sind. Vom Gipfel geht der Blick weit über das Tal.
Im Winter ist der Gelbhansekopf ein bekanntes Ziel für Schneeschuh- und Tourengeher. Genau daher stammt das Bild oben. Wer das vorhat, gehört zur Zielgruppe der Leute, die das Kreuz aufgestellt haben, und sollte sich entsprechend verhalten: Lawinenlagebericht lesen, Ausrüstung dabeihaben, Wildruhezonen und markierte Routen beachten. Der Wald hier oben ist im Winter Lebensraum, nicht Kulisse.
Der Film dazu
Es gibt einen kurzen Flug hinauf zum Kreuz: „Ausflug an das Gipfelkreuz Gelbhansekopf", gut zwei Minuten, zu finden unter Filme aus dem Tal. Der Film zeigt bei Tageslicht, was auf dem Nachtbild nur als Lichtpunkt zu sehen ist: wie das Kreuz auf dem Rücken steht und wie weit der Blick von dort oben reicht.
Kurz gefragt
Auf welchem Berg steht das beleuchtete Gipfelkreuz in Balderschwang? Auf dem Gelbhansekopf, rund 1.438 Meter hoch, nördlich über dem Tal.
Wann leuchtet das Kreuz? Täglich. Am schönsten ist es in den langen Winterabenden, wenn es früh dunkel wird und Schnee liegt.
Wer hat das Kreuz aufgestellt? Gestiftet hat es die Familie Friemel. Aufgestellt haben es die Bergwacht Balderschwang, ehrenamtliche Helfer und Sponsoren, anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Bergwacht.
Kann man zum Kreuz hinaufgehen? Ja. Im Sommer über eine leichte Runde ab der Bolgenach, rund 3 Stunden 45 und knapp 490 Höhenmeter. Im Winter mit Schneeschuhen oder Tourenskiern, dann mit der üblichen Vorbereitung.
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