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Rehe im Stall: die Rehrettung von Balderschwang im Jahrhundertwinter

Im Winter 1962/63 blieben in Balderschwang die Rehe im Tiefschnee stecken – die Leute aus dem Dorf trugen sie in den Stall und fütterten sie durch. Der Bayerische Rundfunk hat es gefilmt.

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Balderschwang.net Team Die Redaktion des Dorfportals. Wir sammeln, prüfen und schreiben auf, was im Balderschwanger Tal passiert.
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Rehe im Stall: die Rehrettung von Balderschwang im Jahrhundertwinter

Im Winter 1962/63 lag in Balderschwang so viel Schnee, dass die Rehe darin stecken blieben. Also holten die Leute aus dem Dorf sie heraus, trugen sie in den Stall und fütterten sie dort durch, bis der Schnee wich. Das Bayerische Fernsehen war dabei – und die Bilder von damals gibt es heute noch zu sehen.

Unser Artikelbild zeigt übrigens kein Reh, sondern einen Rothirsch: Oscar aus unserer Bildergalerie. Die Rehe von 1963 kennen wir nur aus dem Fernseharchiv.

Der Beitrag im Fernsehen

Der Bayerische Rundfunk hat die Rettung damals gefilmt. In der Reihe BR24 Retro ist sie heute wieder zu sehen: „Reh-Rettung in Balderschwang“ in der ARD Mediathek. Die Beschreibung des BR fasst es in einem Satz zusammen: Im Jahrhundertwinter 1962/63 bringen Tierschützer im Tiefschnee steckengebliebene Rehe in Balderschwang in einen Stall. Der BR zählt den Beitrag zu den Höhepunkten aus zehn Jahren BR24 Retro.

Wer es kürzer mag: Der BR hat die Szene auch als kurzes Video auf YouTube veröffentlicht – „In Balderschwang überwintern steckengebliebene Rehe im Stall“.

Der Jahrhundertwinter 1962/63

Der Winter 1962/63 gilt als einer der kältesten des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Über Wochen blieb es bitterkalt, und der Bodensee fror im Februar 1963 vollständig zu – eine sogenannte Seegfrörne, die es seither nicht mehr gegeben hat. Für ein Hochtal auf über tausend Metern hieß das: Schnee, der liegen blieb und immer höher wurde.

Balderschwang war auf solche Winter eingestellt. Im Januar 1963 drehte der BR hier ein „Landschaftsbild Balderschwang“ und stellte das Dorf als „das bayerische Sibirien“ vor. Aufschlussreich ist ein Satz aus der Beschreibung dieses Beitrags: Im Winter retteten die Einwohner regelmäßig im Schnee versunkene Rehe und versorgten sie im Stall. Die Rehrettung war hier also keine einmalige Aktion, sondern eine Gewohnheit.

Warum Rehe im Schnee stecken bleiben

Rehe sind leicht, aber sie stehen auf dünnen Beinen und kleinen Hufen. Auf hartem Boden ist das ein Vorteil, im tiefen, lockeren Pulverschnee ein Nachteil: Sie sinken bei jedem Schritt ein, springen, sinken wieder ein – und verbrauchen dabei genau die Kraft, die sie im Winter nicht haben. Ein Reh, das sich einmal festgerannt hat, kommt aus eigener Kraft oft nicht mehr heraus.

Der Stall war deshalb die naheliegende Rettung: windgeschützt, mit Heu und ohne Schnee. Die Kühe mussten dafür Platz machen. Der BR zeigt auch diese Seite der Geschichte im Beitrag „Kühe im Schnee“: 1963 kommen die geschwächten Rehe zum Überwintern in den Stall, und die Kühe werden hinausgetrieben. Versorgt wurden die Rehe, bis der Spätwinter vorbei war – dann durften sie zurück in den Wald.

Und heute?

Rehe in den Stall zu tragen, ist heute nicht mehr üblich – und Wildtiere sollte niemand auf eigene Faust anfassen oder mitnehmen. Wer ein Reh findet, das im Schnee festsitzt oder verletzt ist, verständigt am besten die Polizei; sie erreicht den zuständigen Jäger.

Geholfen ist den Tieren im Winter vor allem mit Ruhe. Jede Flucht durch den Tiefschnee kostet sie Kraft. Wer mit Tourenski, Schneeschuhen oder Hund unterwegs ist, bleibt deshalb auf Wegen und Loipen, hält den Hund an der Leine und meidet in der Dämmerung die Waldränder.

Wie viel Schnee in Balderschwang auch heute noch fallen kann, zeigen unsere Webcams – und die besten Aufnahmen der Kamera am Kreuzle.

Quellen: Bayerischer Rundfunk, BR24 Retro und BR Retro, abrufbar in der ARD Mediathek (Stand: September 2026). Die Mediathek-Beiträge können nach Ablauf der Rechte offline gehen.

Etwas zu ergänzen oder eine andere Erfahrung gemacht? Schreib es ins Dorfforum – dort lesen Gäste und Einheimische mit.

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