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Am Sonntag ist am Mindelheimer Klettersteig ein 22-jähriger Bergsteiger tödlich verunglückt. Er war von der Mindelheimer Hütte in Richtung Fiderepasshütte unterwegs, als er vom Grat in steiles Felsgelände stürzte.
Was hier steht, stammt aus der Mitteilung der Polizei. Viel mehr ist derzeit nicht bekannt – und viel mehr steht hier deshalb auch nicht.
Was mitgeteilt wurde
Der 22-Jährige beging den Klettersteig am Sonntag, dem 20. September, von der Mindelheimer Hütte aus in Richtung Fiderepasshütte. Auf dieser Strecke stürzte er vom Grat ausgehend in steiles Felsgelände und erlitt tödliche Verletzungen.
Die Bergung des Leichnams übernahm die Alpine Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, unterstützt von einem Polizeihubschrauber. Die Ermittlungen zum genauen Hergang führt ein Bergführer derselben Einheit.
Name und Herkunft des Verunglückten, die Uhrzeit und die Ursache des Sturzes sind nicht mitgeteilt worden. Über das Warum wird hier nicht spekuliert. Das ist Sache der Ermittlung, und für die Angehörigen macht der Unterschied zwischen einer Vermutung und einer Feststellung alles aus.
Wo der Steig verläuft
Der Mindelheimer Klettersteig verbindet zwei Hütten über einen Grat: die Mindelheimer Hütte auf 2.013 Metern und die Fiderepasshütte auf 2.067 Metern. Dazwischen liegen die drei Schafalpenköpfe, der höchste Punkt auf 2.320 Metern. Der Grat trennt das Allgäu vom Kleinwalsertal; die Fiderepasshütte steht unmittelbar auf der Grenze.
Warum dort so viele unterwegs sind
Der Mindelheimer zählt zu den bekanntesten Klettersteigen der Allgäuer Alpen, und an schönen Spätsommerwochenenden merkt man das. Dafür kommen mehrere Dinge zusammen.
Er lässt sich von beiden Seiten angehen, und an beiden Enden steht eine bewirtschaftete Hütte. Wer oben übernachtet, hat am nächsten Morgen den ganzen Grat vor sich und muss nicht schon beim Zustieg auf die Uhr sehen. Dazu kommt die Bewertung: Mit C gilt er als mittelschwer – anspruchsvoll genug, um als richtige Tour zu zählen, und zugleich in Reichweite für alle, die Klettersteigerfahrung mitbringen. Diese Kombination zieht Publikum an.
Aus Balderschwang ist es kein Feierabendziel – der Weg führt über den Riedbergpass nach Oberstdorf oder westlich herum durchs Kleinwalsertal. In derselben Bergkette liegt er trotzdem, und er steht bei vielen auf der Liste, die im Tal Urlaub machen.
Was der Steig verlangt
Gebaut wurde er 1975 und 2007 saniert. Die Schwierigkeit liegt weniger in einer einzelnen Stelle als in der Länge: Für den gesicherten Abschnitt sind drei bis fünf Stunden zu rechnen, am Grat, ohne Ausstieg in der Mitte. Wer ohne Hüttenübernachtung aus dem Tal kommt, ist rund neun Stunden unterwegs und macht etwa 1.650 Höhenmeter.
Zu den markanten Stellen gehören eine senkrechte Wand von etwa fünfzehn Metern und eine Brücke über eine Felsspalte. Wetterumschwünge treffen einen auf einem Grat härter als anderswo: Umkehren heißt hier, den halben Steig noch einmal zu gehen.
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