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Eine Viertelstunde über den Riedbergpass, und man steht mit einem Recurvebogen in der Hand im Wald. In Bolsterlang gibt es beides: den Kurs für alle, die noch nie einen Pfeil aufgelegt haben, und zwei 3D-Parcours, auf denen Geübte ohne Trainer unterwegs sind. Der eine liegt im Tal, der andere zieht sich von der Mittelstation der Hörnerbahn den Berg hinunter.
Anfangen kann man ohne alles
Die Gemeinde Bolsterlang bietet von Mitte Mai bis Anfang November Kurse an, und zwar mit Ausrüstung. Im Preis enthalten sind Recurve-Bogen, Pfeile mit Köcher und Armschutz – mitbringen muss man nichts außer festen Schuhen.
Es gibt zwei Stufen. Im Kombikurs vermitteln Bogentrainer die Grundlagen: Körperhaltung, Umgang mit dem Sportgerät, dann ein längeres Einschießen, damit man ein Gefühl für den Bogen bekommt. Danach wird der Parcours gemeinsam begangen. Der Aufbaukurs ist für alle, die schon geschossen haben und tiefer einsteigen wollen – intensive Einzelbetreuung, wechselnde Schussdistanzen, ebenfalls im 3D-Parcours im Tal.
| Kombikurs | ab 12 Jahren, Ausrüstung inklusive |
|---|---|
| Aufbaukurs | ab 10 Jahren, setzt Erfahrung voraus |
| Saison | 19. Mai bis 8. November 2026 |
| Anmeldung | Gästeinformation Bolsterlang, spätestens einen Tag vorher |
Preise nennt die Gemeinde nicht öffentlich. Die erfährt man bei der Anmeldung – die Kontaktdaten stehen weiter unten.
Der Schein, und was er erlaubt
Wer das Basic Training absolviert hat, bekommt einen Nachweis. Mit dem darf man den Fortgeschrittenen-Parcours im Tal danach ohne Trainer schießen – und das ist der eigentliche Punkt an der Sache. Der Kurs ist kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel zum Parcours.
Der Parcours im Tal
Der Talparcours liegt etwas außerhalb von Bolsterlang, rund fünfzehn Gehminuten vom Ort. Zehn lebensgroße 3D-Tiere aus Schaumstoff stehen in unterschiedlichen Entfernungen im Wald verteilt. Dazu kommt am Ortsrand der Bogenübungsplatz: acht Zielscheiben, Distanzen bis dreißig Meter, ein überdachter Schießstand für den Fall, dass es aus dem Tal heraus regnet.
| Talparcours | zehn 3D-Tiere, etwa 15 Gehminuten außerhalb des Orts |
|---|---|
| Übungsplatz | acht Zielscheiben bis 30 m, überdachter Stand, am Ortsrand |
| Geöffnet | Di–Do und Sa–So 9.30–16.30 Uhr, Fr 13.00–16.00 Uhr, Mo geschlossen |
Der Parcours am Berg
Das zweite Revier gehört nicht der Gemeinde, sondern einem eigenen Betreiber: dem Allgäuer-Alpenparcours an der Hörnerbahn. Hier braucht man ein Ticket, und das bucht man am besten online – bar kostet es an beiden Runden einen Euro mehr.
Es gibt zwei Runden, und sie unterscheiden sich deutlich.
| Panorama-Runde | 28 Stationen, rund 50 Ziele, Start etwa 7 Minuten von der Mittelstation, rund 5 km überwiegend bergab im Wald, 2–3 Stunden. Nicht für Kinder unter 10. |
|---|---|
| Wildbach-Runde | 28 Stationen, rund 41 Ziele, Start etwa 10 Minuten von der Talstation, rund 5 km mit 200 Höhenmetern bergauf und bergab. Nur mit eigenem Bogen. Nicht für Kinder unter 14. |
Die Panorama-Runde ist die, die man meint, wenn man von „dem Parcours am Berg" spricht: hinauf mit der Gondel, dann den ganzen Weg schießend nach unten. Der Betreiber weist ausdrücklich auf schmale Pfade, sumpfige Stellen und steile Bodenfurchen hin – knöchelhohe, feste Schuhe sind Pflicht, und eine gewisse Kondition auch.
| Panorama-Runde | Erwachsene 13 € online / 14 € bar · Jugendliche 12–17 J. 9 € / 10 € · Kinder bis 12 J. 3 € / 4 € |
|---|---|
| Wildbach-Runde | Erwachsene 14 € · Jugendliche 13–17 J. 10 € · Kinder bis 13 J. 4 €, Barkasse an der Käsehütte; Onlinezahler bekommen 1 € Nachlass |
| Gondelfahrt | nicht im Ticket enthalten, separat an der Hörnerbahn zu zahlen |
| Leihausrüstung | ab 20 € pro Person und Tag, nur für Geübte mit absolviertem Bogenkurs, mindestens einen Tag vorher reservieren |
| Eigener Kurs | 2 Teilnehmer 70 € p. P., 3 Teilnehmer 60 €, ab 4 Teilnehmern 50 € – inklusive Ausrüstung, mit eigenem Bogen 10 € weniger. Höchstens ein Kurs pro Woche. |
| Geöffnet | Panorama-Runde 1. Mai bis 8. November 2026, täglich 8.30–16.30 Uhr (letzte Bergfahrt). Wildbach-Runde ganzjährig, von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. |
Die Zeiten der Wildbach-Runde sind kein Verwaltungsdetail. Der Betreiber begründet sie mit dem Schutz der Wildtiere: davor und danach darf sich niemand mehr auf dem Parcours aufhalten. Der Wald gehört dann wieder denen, die dort wohnen.
Die Gondel und die Seifenkiste
Für die Panorama-Runde führt der Weg über die Hörnerbahn, und die kostet extra. Sie fährt vom 30. April bis 8. November 2026 täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr, wetterabhängig.
| Bergfahrt | 21,00 € Erwachsene · 11,50 € Kinder |
|---|---|
| Berg- und Talfahrt | 26,50 € · 13,50 € |
| Talfahrt | 20,00 € · 10,50 € |
| Ermäßigung | gegen Vorlage des Allgäu-Walser-Passes und für Gruppen ab 15 Personen |
Und dann wäre da noch die Sache, die den Tag für viele erst rundmacht: Statt mit der Gondel kann man auf Mountaincarts wieder hinunter – dicke Reifen, tiefer Schwerpunkt, hydraulische Scheibenbremsen, rund 600 Höhenmeter von der Berg- zur Talstation. Seifenkiste mit Bremsen, im Grunde. 23,00 € für Erwachsene, 15,50 € für Kinder ab 1,40 Meter Körpergröße, Helm inklusive, Bergfahrt nicht. Ausgeliehen wird von 10.00 bis 15.45 Uhr, bei Starkregen und Gewitter gar nicht.
Wer beides an einem Tag will: erst den Parcours von der Mittelstation nach unten schießen, dann noch einmal hinauf und mit dem Cart zurück. Die Bergfahrt zahlt man dabei zweimal.
Kontakt
Rathausweg 4, 87538 Bolsterlang
Telefon +49 8326 8314
[email protected]
Anmeldung spätestens einen Tag vor dem Kurs.
Hörnerstraße 12–16, 87538 Bolsterlang
Telefon +49 176 43086899
[email protected]
Tickets, Leihbögen und Kurse online über archery-scout.de. Bezahlt wird per Klarna, PayPal, Karte oder Apple Pay. Storniert wird gestaffelt: am Buchungstag 50 %, einen Tag davor 20 %, zwei Tage und früher 10 % – Kurse lassen sich am Kurstag nicht mehr stornieren.
Hinkommen
Von Balderschwang sind es rund 16 Kilometer nach Bolsterlang, über den Riedbergpass und durch Obermaiselstein. Mit dem Bus geht es nicht direkt: Die Linie 46 fährt Balderschwang–Obermaiselstein–Fischen und hält in Bolsterlang nicht. Wer ohne Auto unterwegs ist, fragt die Anschlüsse ab Fischen am besten bei der Gästeinformation ab.
Wenn Du ohnehin nach Bolsterlang fährst: Das Steinzeitdorf liegt im selben Ort und lässt sich gut mit einem Bogentag verbinden.
Eine Fußnote noch, die nichts mit dem Parcours zu tun hat und trotzdem hierher gehört. Das Holz, aus dem in Europa jahrhundertelang Bögen gebaut wurden, ist Eibe. Einen Kilometer über dem Balderschwanger Ortskern steht eine, die auf 800 bis 1.500 Jahre geschätzt wird. Sie hat mit den Schaumstofftieren in Bolsterlang nichts zu schaffen – aber es ist ein hübscher Gedanke, dass der Werkstoff der Sache oben am Hang wächst.
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