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Zehn Kilometer Luftlinie östlich von Balderschwang steht an der Mittelstation der Hörnerbahn ein Dorf aus Zelten und Feuerstellen. Es ist nachgebaut, es ist für Familien gemacht – und es steht dort, weil im Bolgental tatsächlich Steinzeitwerkzeuge gefunden wurden.
Was dort steht
Das Steinzeitdorf gehört zur Gemeinde Bolsterlang und wird von den Hörnerdörfern betrieben. Zu sehen und auszuprobieren gibt es Zelte und Feuerstellen, einen Steinzeitbohrer und eine Station zum Ledergerben. Dazu kommt ein Abenteuerweg durch den Wald mit Knobelaufgaben, einem Steinzeit-Memo und einem Musikinstrument.
Für Kinder ist die Ausgrabungsstätte der Anziehungspunkt: Dort darf selbst gegraben werden. Wer es genauer wissen will, kann eine geführte Tour mitmachen; sie dauert etwa zwei Stunden und ist mit dem Hörnerdörfer Gästepass kostenlos.
Warum ausgerechnet dort
Der Ort ist nicht beliebig gewählt. Im Bolgental, in dem die Anlage liegt, sind Steinzeitwerkzeuge gefunden worden – nicht einzeln, sondern in Menge. Eingeordnet wird das ins Mesolithikum, die Mittelsteinzeit, die im Alpenraum vor rund zehntausend Jahren beginnt.
Die Menschen, um die es geht, waren Jäger und Sammler, und sie lebten hier nicht das ganze Jahr. Sie kamen im Sommer herauf, in Lager, und zogen im Herbst wieder hinunter. Dass das keine neue Erkenntnis ist, zeigt ein Detail, das die Hörnerdörfer selbst anführen: Schon 1929 notierte ein Heimatforscher Spuren in dieser Gegend – damals noch als „so gering" abgetan.
Was das mit Balderschwang zu tun hat
Ziemlich viel, und das ist der eigentliche Grund, warum dieser Beitrag hier steht.
Die Beschreibung passt Wort für Wort auf das, was im Balderschwanger Tal gefunden wurde: steinzeitliche Werkzeuge, Sommerlager in der Höhe, Jäger, die im Herbst wieder talwärts zogen. Was in Bolsterlang als Museum unter freiem Himmel steht, ist in Balderschwang der Stand einer laufenden Sache: Dort liegen die Fundstücke noch im Bachbett, und das Denkmalamt ist erst seit Kurzem informiert.
Anders gesagt: Bolsterlang zeigt, wie es ausgesehen haben könnte. Balderschwang zeigt, wo es noch liegt.
Hinkommen
Die Anlage liegt an der Mittelstation der Hörnerbahn. Mit der Bahn ist man in wenigen Minuten oben; wer laufen will, nimmt den Weg von Sonderdorf.
| Start | Parkplatz am Dorflift zwischen Bolsterlang und Sonderdorf |
|---|---|
| Weg | über das Sonderdorfer Kreuz und die Alpe Ornach zur Mittelstation |
| Länge | 3,3 km |
| Aufstieg | 455 Höhenmeter |
| Gehzeit | 1 Stunde 45 Minuten |
| Schwierigkeit | mittel |
| Einkehr | Sennalpe Ornach unterwegs, s’mibbadin an der Mittelstation |
Von Balderschwang aus fährt man über den Riedbergpass; das Bolgental liegt auf der anderen Seite der Hörnerkette. Ein Ausflug für einen halben Tag, nicht für eine Stunde.
Öffnungszeiten
| Saison 2026 | 28. Mai bis 31. Oktober |
|---|---|
| Geöffnet | täglich 8 bis 18 Uhr |
| Adresse | Rathausweg 4, 87538 Bolsterlang |
| Kontakt | 08326 8314 · [email protected] |
| Führungen | rund zwei Stunden, mit dem Hörnerdörfer Gästepass kostenlos |
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